„Antike Schätze neu entdeckt – Wie moderne Technik die Papyrusrollen von Herculaneum entschlüsselt“
Kurz vor den Osterferien erwartete die Lateinklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 7 ein ganz besonderes Highlight: Professor Fleischer von der Universität Tübingen nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine spannende Reise in die antike Welt. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Entschlüsselung der berühmten Papyrusrollen aus Herculaneum. Die Stadt am Golf von Neapel wurde – ebenso wie Pompeji – im Jahr 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuv verschüttet. In der prachtvollen „Villa dei Papiri“ entdeckte man zahlreiche verkohlte Schriftrollen, die jedoch über viele Jahrhunderte hinweg unlesbar blieben, da sie beim Öffnen zerfielen. Dank modernster Forschung ist es heute erstmals möglich, diese einzigartigen Texte zu entschlüsseln: Mithilfe einer innovativen Kombination aus hochauflösender Röntgen-Computertomographie und künstlicher Intelligenz gelingt das sogenannte „virtuelle Entrollen“ der Papyri. So werden nach und nach Texte sichtbar, die fast zwei Jahrtausende verborgen waren.
Die Schülerinnen und Schüler verfolgten den Vortrag mit großem Interesse und konnten im Anschluss sogar Nachbildungen der Papyrusrollen bestaunen, die mit einem 3D-Drucker erstellt wurden. In der lebhaften Fragerunde zeigte sich die Begeisterung deutlich: Die Forschungsergebnisse gelten als echte Sensation und lassen hoffen, dass in den kommenden Jahren viele bislang unbekannte lateinische und griechische Texte ans Licht kommen. Ein beeindruckender Einblick in die Welt der Antike – und ein spannendes Beispiel dafür, wie moderne Technik die Vergangenheit neu erschließt.
Text: B. Guthier
Fotos: B. Färber


