Musikalische Passionsandacht des Eltern-Lehrer-Chors

Eine bewegende Passionsandacht präsentierte der Eltern-Lehrer-Chor des Goethe-Gymnasiums seinen Zuhörern am 26. März in der Friedenskirche. Susanne Kovalev und Benedikt Vennefrohne hatten den Abend ganz im Zeichen der Chorwerke des britischen Romantikers Charles Villiers Stanford gestaltet. Der Spannungsbogen führte von Vergänglichkeit und Tod hin zu Hoffnung, Leben und Auferstehung, wobei Pfarrerin Stefanie Pflüger zwischen den einzelnen Kompositionen thematische Akzente insbesondere zum fragmentarischen Charakter von menschlichen Leben, biblischer Textauszüge und der Musik des Abends setzte.

Mit der einleitenden Motette „Justorum animae“ führte der Chor in die außergewöhnliche Klangkultur Stanfords ein. Mit schön ausbalancierten Stimmen und feiner dynamischer Abstufung gelang eine sehr emotionale Ausdeutung der Komposition, die ihre Fortsetzung in den weit gespannten musikalischen Bögen des „Blessed are the dead“ fand, welches mit großer Ruhe und innerer Spannung gestaltet wurde.

Im Mittelteil des Programms wurde die Orgel der Friedenskirche einbezogen. Dabei entfaltete sich im „Benedictus“ und „Agnus Dei“ eine besonders innige Klangwelt: Das Zusammenspiel von Chor und Orgel war hier von großer Tiefe und Empfindsamkeit getragen. Äußerst expressive Momente und scharfe Kontraste bot hingegen das österliche „Why seek ye the living?“

Antje Krauter ließ anschließend mit dem Präludium in C-Dur op. 193 die klanglichen Möglichkeiten der großen Oskar-Walcker-Orgel erahnen, auch wenn deutlich wurde, dass deren volle Pracht erst nach der anstehenden Generalüberholung wieder vollständig zur Geltung kommen wird. Umso passender war es, dass die Spenden des Abends diesem wichtigen Projekt zugutekamen.

Den Abschluss der Andacht bildete die sechsstimmige Motette „Beati quorum via“, die noch einmal alle Qualitäten des Chores vereinte. Die reizvolle Gegenüberstellung von Frauen- und Männerstimmen, die große dynamische Bandbreite und eine spannungsgeladene Interpretation machten dieses Schlussstück zu einem besonderen Höhepunkt und wurde mit großem Applaus belohnt.

Text: B. Wößner
Fotos: E. Schulz

Zurück