Politik vor Ort

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, am 08.03.2026, diskutierten am 23.01.2026 am GGL Vertreter:innen verschiedener Parteien zentrale politische Fragen, die insbesondere junge Menschen betreffen. Moderiert wurde die Veranstaltung souverän, engagiert und bestens vorbereitet von Viktoria Grabovica und Miray Albayrak.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Kandidat:innen – Nathalie Ziwey (SPD), Silke Gericke (Grüne), Christoforos Tsoulopoulos (AfD), Lukas Tietze (CDU), Gitte Hutter (BSW), Wolfgang Vogt (FDP) und Nadja Schmidt (Die Linke) – standen vor allem die Themen Wirtschaft, Arbeitsplätze sowie Wohnen und Mieten im Mittelpunkt.

Zu Beginn wurde die Frage erörtert, wie Arbeitsplätze gesichert und die Wirtschaft zukunftsfähig gestaltet werden können. Ein zentrales Thema war dabei der Bürokratieabbau, der insbesondere von CDU, FDP, AfD und BSW als Voraussetzung für wirtschaftliche Dynamik und internationale Wettbewerbsfähigkeit gesehen wurde. Die FDP betonte den notwendigen Freiraum für Unternehmen und sprach sich gegen staatliche Vorgaben bei technologischen Entwicklungen aus. Die CDU hob Investitionen vor Ort und die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen hervor. Demgegenüber unterstrichen SPD, Grüne und Linke die Bedeutung staatlicher Steuerung, etwa durch Weiterbildung, gezielte Wirtschaftsförderung und die Unterstützung neuer Technologien. Die Grünen machten deutlich, dass die Elektromobilität die Zukunft der Automobilbranche sei und Baden-Württemberg hier international aufholen müsse, während AfD und FDP staatliche Eingriffe in die Antriebsfrage kritisch sahen. Die Linke verwies darauf, dass der Markt nicht alle Probleme lösen könne und soziale Sicherung sowie Regulierung – etwa im Umweltbereich und in der Mietfrage – notwendig seien.

In der anschließenden Debatte zur Wirtschaftspolitik wurde kontrovers diskutiert, wie Ökonomie und Ökologie miteinander verbunden werden können. Während Grüne und SPD für eine klare politische Rahmensetzung zugunsten erneuerbarer Energien und nachhaltiger Verkehrskonzepte plädierten, forderten CDU, FDP und AfD mehr technologische Offenheit und weniger staatliche Vorgaben. Die Linke führte historische Beispiele wie das FCKW-Verbot an, um zu zeigen, dass Regulierung wirksam sein kann.

Ein zweiter großer Themenblock widmete sich dem angespannten Wohnungsmarkt. Alle Parteien erkannten steigende Mieten und Wohnraummangel als zentrales Problem an, unterschieden sich jedoch deutlich in ihren Lösungsansätzen. SPD und Linke betonten die Rolle des sozialen Wohnungsbaus, kommunaler Wohnungsunternehmen und regulatorischer Instrumente wie Mietpreisbremse oder Mietendeckel. CDU, FDP und AfD setzten vor allem auf eine Ausweitung des Angebots durch mehr Neubau, abgesenkte Baustandards, steuerliche Entlastungen und eine Vereinfachung der Bauvorschriften. Die Grünen verwiesen auf Flächenknappheit in Ballungsräumen und sprachen sich für verdichtetes und serielles Bauen sowie die Stärkung kommunaler Wohnbaugesellschaften aus.

Auch Großprojekte wie Stuttgart 21 wurden thematisiert. Während AfD und CDU die langen Verzögerungen als Imageschaden für den Standort Baden-Württemberg bewerteten, verwiesen die Grünen auf Planungsprobleme bei der Deutschen Bahn und betonten, dass das demokratische Votum mit dem Volksentscheid für das Projekt respektiert werde.

Zum Abschluss brachten die Schüler:innen der 10. Klassen eigene Fragen ein, unter anderem zu Bildungsgerechtigkeit, zur finanziellen Ausstattung von Schulen, zu Ehrenamt und Bevölkerungsschutz sowie zu den Folgen abgesenkter Baustandards. Diese Beiträge machten deutlich, wie groß das politische Interesse und das Engagement der Jugendlichen vor der anstehenden Landtagswahl sind, bei denen einige von ihnen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben werden können.

Ein herzlicher Dank gilt allen Vertreter:innen der Parteien für die engagierte, kontroverse aber stets respektvolle Diskussion, der Organisation der Veranstaltung, der Moderation durch Viktoria Grabovica und Miray Albayrak, der GMK-Lehrkraft Ana Dubovac, die sich federführend um die Veranstaltung gekümmert hat, sowie insbesondere den Schüler:innen der 10. Klassen für ihre Vorbereitung, ihre klugen Fragen und ihr großes Interesse an politischen Themen. Die Podiumsdiskussion war ein lebendiges Beispiel für gelebte Demokratie an unserer Schule.

Text: D. Magro

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