Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ am Goethe-Gymnasium Ludwigsburg

Am 27. Februar 2026 fand am Goethe-Gymnasium Ludwigsburg erstmals der Schulwettbewerb von Jugend debattiert statt.

Den Auftakt bildete die Eröffnungsrede von Jugend debattiert-Lehrer Dr. Ralf Kellermann, der zunächst alle Anwesenden herzlich begrüßte. Zu Beginn machte er grundlegend den Unterschied zwischen Diskussion und Debatte deutlich. Während in Diskussionen meist die eigene Meinung vertreten werde, gehe es in der Debatte darum, eine zugeloste Position überzeugend zu vertreten – unabhängig von der persönlichen Haltung. Anhand von Beispielen aus Rechtsprechung und Politik verdeutlichte er, dass diese Fähigkeit zentral für eine pluralistische Demokratie sei. Fairness, Respekt vor dem Gegenüber und die Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven seien Grundpfeiler einer funktionierenden Debattenkultur und letztlich auch einer offenen Gesellschaft. Mit den Worten „Nun aber genug mit Pathos – los geht’s!“ gab er schließlich den Startschuss für den Wettbewerb.

Im Anschluss begannen die beiden Debatten des Nachmittags.

In der ersten Debatte zum Thema „Soll es ein verpflichtendes Dienstjahr für alle Jugendlichen geben?“ traten Malin Münd (Pro 1) und Anna Wendte (Pro 2) gegen Elasu Zincide (Contra 1) und Asya Asmin Kaya (Contra 2) an. Bereits in der Eröffnungsrede der Pro-Seite wurde der Vorschlag eingebracht, künftig ein verpflichtendes Dienstjahr für alle Jugendlichen ab 18 Jahren einzuführen, dem eine Musterung vorausgehen solle und bei dem frei zwischen Militärdienst und zivilem Dienst gewählt werden könne. Aufbauend darauf verwiesen die Pro-Rednerinnen auf den zunehmenden Fachkräftemangel, insbesondere in der Pflege, sowie auf die Wehrfähigkeit Deutschlands. Die Contra-Seite stellte demgegenüber vor allem die Umsetzbarkeit und die Finanzierbarkeit eines solchen Modells kritisch infrage.

In der zweiten Debatte zur Frage „Soll es ein elternunabhängiges BAföG geben?“ argumentierten Gianni Laurenzana (Pro 1) und Nazli Ugur (Pro 2) gegen Clara Schwind (Contra 1) und Justus Baumgärtner (Contra 2). Auch hier überzeugten die Teilnehmenden durch Fachwissen, gut gewählte Beispiele und eine lebendige Auseinandersetzung mit Fragen der Bildungsgerechtigkeit und staatlichen Verantwortung. Die Pro-Seite schlug ein elternunabhängiges BAföG ohne Rückzahlungspflicht für alle Studierenden vor. Als zentrale Argumente wurden die Förderung von Chancengleichheit für alle angeführt - insbesondere für junge Menschen, die knapp durch bestehende Förderkriterien fallen –, sowie die Möglichkeit, sich vom Elternhaus zu lösen und persönliche Freiheit zu erlangen. Die Contra-Seite verwies hingegen auf die hohe finanzielle Belastung für den Staat und mögliche gesamtwirtschaftliche Schäden, die mit einem solchen Modell verbunden sein könnten.

Nach den Debatten zog sich die Jury zur Beratung zurück. Sie setzte sich aus Mitgliedern der Schulleitung mit Frau Dr. Keßler und Herrn Martin, den Jugend debattiert-Lehrkräften Dr. Ralf Kellermann und Christina Walter sowie Daniel Königer als Vertreter der Schülerschaft zusammen. Letzterer hat maßgeblich dazu beigetragen, das Format Jugend debattiert ans Goethe-Gymnasium zu holen.

Mit Fachwissen, Eloquenz und ausgeprägter Gesprächsfähigkeit konnten insbesondere Anna, Clara und Justus die Jury überzeugen und haben sich damit für den Regionalwettbewerb qualifiziert. Wir gratulieren herzlich zu diesen starken Leistungen!

Besonders hervorzuheben sind das große Engagement und der Mut aller Schülerinnen und Schüler, sich vor Publikum einem Wettbewerb zu stellen. Die Teilnehmer verstanden es hervorragend, anwaltlich die ihnen zugeloste Position zu vertreten. Ganz im Sinne von Jugend debattiert und der von Herrn Kellermann vorgestellten Kultur der öffentlichen Debatte.

Der Wettbewerb machte einmal mehr deutlich, wie wertvoll Formate wie Jugend debattiert für die Persönlichkeitsbildung sind – und wie viel Potenzial in den jungen Debattantinnen und Debattanten des Goethe-Gymnasiums steckt!

Text: C. Walter

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